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„Ehe für alle“
im Spiegel von Leserbriefen an die Augsburger Allgemeine Zeitung 

Ausgabe vom Samstag, 01.07.2017, Seite 6 (Leserbriefe extra)

Zwar ist die rechtliche Gleichstellung nun vollzogen, jedoch wird in den Leserbriefen sehr deutlich, dass es auch weiterhin wichtig ist, in der Gesellschaft für Toleranz und Akzeptanz zu werben. Soweit die ausgewählten Leserbriefe nicht Merkels taktisches Manöver kritisieren, lehnen alle (!) die Öffnung der Ehe für Homosexuelle mit unterschiedlichen Argumenten ab.
Es gibt keine einzige positive, zustimmende Meinung unter den 13 zitierten Zuschriften!


Hier einige kurze, treffende Zitate**
(in der Reihenfolge wie auf der Zeitungsseite):

1) „die Politikerinnen wissen nicht, was in der Bibel (Römer 1+2) geschrieben steht. […] dass gleichgeschlechtliche Paare dieselben Werte hätten […] ist ein Irrtum.“

3) „Und das Kindeswohl?“,

5) „Ich hoffe, dass dann das entsprechende deutsche Gesetz auch verbindlich regelt, woher die Nachkommen und Pflegekräfte für diese Personen kommen sollen, die unsere Schwulen und Lesben im Alter betreuen werden. Schließlich zeugen sie ja keinen Nachwuchs.“,

6) „Denn: Im Grundgesetzkommentar steht, dass mit Ehe das auf Dauer angelegte Zusammenleben von Mann und Frau gemeint ist.“
[wohlgemerkt: nur im Kommentar, NICHT im Grundgesetz selbst!]

8) „dass unter dem Begriff Ehe ein Zusammenleben von Mann und Frau zu verstehen ist, mit dem Ziel Kinder zu zeugen und zu erziehen. […] Die zweite nicht akzeptable  Einstellung ist die Adoption von Kindern. Alle kinderpsychologischen Aussagen favorisieren die Eltern als Mann und Frau. […], dass die in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft aufgezogenen Kinder ebenso dieses [gemeint ist: homosexuelle] Verhalten annehmen, ist sicherlich größer als bei ehelichen Kindern.“

9) „Warum will man ein- und denselben Begriff über Dinge stülpen, die sich im Wesen voneinander unterscheiden. Der Begriff Ehe ist seit ewiger Zeit eindeutig zu verstehen […]. Sprache ist ja auch dazu da, Unterschiede begreifbar zu machen.“ [sinngemäß: zwischen Ehe von Mann und Frau, zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften]

10) „‘Ehe für alle‘ als ‚Wahlkampf-Phrase‘ von einigen Politikern missbraucht“

12) „Die ‘Ehe für alle‘ ist ein grober Verstoß gegen christliche Moralprinzipien und ein wiedernatürlicher Akt, der im Chaos enden wird“

13) „und unsere Parteien lassen sich mit diesem ‚Pipifax-Thema‘, um Wählerstimmen gierend, vor den Karren spannen“

**) Auslassungen, Ergänzungen und Kommentare unsererseits wurden [in eckiger Klammer] gekennzeichnet.


Unser Kommentar:

Wir danken den zitierten Lesern der Augsburger Allgemeinen Zeitung für die großartige Motivation für die Bewegung des Christopher Street Day! Wir werden weiterhin für die Gleichberechtigung von LGBT*IQ-Menschen eintreten. Die hier zitierten Meinungen zeigen deutlich, dass unser Engagement auch weiterhin notwendig ist.

Nach wie vor fehlt im Grundgesetz, Artikel 3, Absatz 3 der Zusatz:
„Niemand darf wegen […] seiner sexuellen Identität, sexuellen Orientierung, […] diskriminiert werden.“